Internist Dr. Andreas Leonhard aus Paguera Portrait vor Praxislogo

Als Mediziner haben wir gelernt uns an großen wissenschaftlichen Studien zu orientieren. Diesen Pfad möchte ich bei der Beurteilung von Cannabis und seinen entsprechenden medizinischen Produkten nicht verlassen.

Aktuell entsteht ein extremer Run auf Cannabis-Produkte, welcher von der Sehnsucht zu einem Allheilmittel rührt. Aber auch durch finanzielles Interesse.

Nichtsdestotrotz sollte sich die Schulmedizin diesen neuen Produkten auf keinen Fall verschließen.

Ferner können wir bei verschiedenen Erkrankungen die Cannabis-Produkte versuchsweise, als zusätzliche Hilfsmittel einsetzen und damit zusätzliche Erfahrungen über seinen Nutzen erfahren.

Aus logischen Überlegungen heraus und aufgrund von bereits vorliegenden multinationalen Erfahrungen, sehe ich zurzeit folgende Einsatzmöglichkeiten.

  1. Bei chronischen Schmerzen

Normalerweise setzen wir peripher wirksame Schmerzmedikamente bei schweren Schmerzen in Kombination mit zentral wirksamen Schmerzmitteln ein. Zur ersten Gruppe gehören: Diclofenac, Aspirin und Paracetamol. Zur zweiten Gruppe gehören: Tramal, Tilidin, Codein oder bei besonders starken Schmerzen die Morphine.

Folglich könnte – durch auch nun zu den peripher wirksamen Schmerzmitteln – ein Cannabis Produkt in der Kombinationstherapie eingesetzt werden. Dies betrifft in der Schmerztherapie besonders neuropathische Schmerzen, die durch Muskelverkrampfungen und Spastiken entstehen. Viele Ärzte empfehlen hier auch CBD Öl.

2.  Bei Schlafstörungen

Viele Menschen haben Schlafstörungen, da sie den ganzen Tag unter Anspannungen stehen. Sei es beruflicher oder privater Art. Sie finden dann zur Schlafenszeit keine Ruhe und Entspannung. Die einen suchen ihr Heil im Alkohol, die anderen bei Schlaftabletten. Beides sind dauerhaft keine medizinisch vertretbaren Lösungen. Auch hierbei können Cannabis-Produkte ihren Platz finden. Bei Schlafstörungen empfehlen Ärzte durchaus auch CBD Öl.

3. Bei Erkrankungen mit Übelkeit wurden Cannabis-Produkte bereits mit Erfolg eingesetzt. Dieses können Erkrankungen mit Übelkeitssymptomatik sein, aber auch medikamentöse Therapien (zum Beispiel Chemotherapien), welche Übelkeit verursachen.

Dr. med Andreas Leonhard

Facharzt für innere Medizin